Wir sind nun schon eine Weile in Südamerika, sind auch schon viel gewandert, durch tiefe Schluchten, entlang schroffer Geröllfelder, tolle Nationalparks, über Hügel und Täler aber ein richtiger Berg war noch nicht dabei. Hier unten im Lake Distrikt kommen dafür, zumindest für unser eins nur 2 Berge in Frage: der Villarica oder der Osorno. Beides fantastische Vulkane mit schneebedeckten Flanken und einer perfekten Kegelform. Wir entschieden uns für den 2847 Meter hohen Villarica da es am Osorno zu dieser Zeit tiefe Gletscherspalten gibt und diese den Berg recht gefährlich machen. Außerdem waren wir eh gerade näher am Villarica.
Es gibt 2 Zeiten um auf den Berg zu klettern: 7 Uhr los gehen, ein Stück mit der Seilbahn fahren und dann aufsteigen oder um 4:30 Uhr los und das Seilbahnstück laufen, dafür weniger Leute und das Rot der aufgehenden Sonne. Wir entschieden uns natürlich für 4 Uhr. Die Tour bucht man am besten direkt vor Ort in Pucon. Dort gibt es sicher 25 Firmen die die Tour anbieten aber nur 2 die um 4:30 Uhr starten. Es kostete uns einige Zeit und Nerven diese zu finden.
Am nächsten Tag hieß es dann 3:3o aufstehen. Leider machen in Pucon Hunde die ganze nacht Krach und es war unglaublich heiß, so das wir relativ wenig Schlaf bekamen. Etwas übermüdet wurden wir dann gegen 4:3o von unseren Guides abgeholt und mit allem nötigen ausgestattet: Wasserfeste Kleidung, Gamaschen, Eispickel, Steigeisen, Helm und einem Plastik-Arschrutschdeckel. Wer sich wundert was man damit an einem Vulkan macht, sollte bis zu Ende lesen.
Nach einer halbstündigen Fahrt erreichten wir den Fuß des Villarica. Dann ging der 5 stündige Aufstieg los. Zuerst über einen Lavahang und dann nach kurzer Pause über die schneebedeckte Flanke, den Eispickel immer fest in der Hand um das Gleichgewicht zu halten und im Notfall eine unerwünschte Talfahrt zu beenden. Der Aufstieg gestaltete sich viel leichter als vermutet und nach 5 Stunden mit viel zu langen Pausen dazwischen erreichten wir den Gipfel. Ein tolles Gefühl direkt in den Krater eines Vulkans zu schauen. Die Dämpfe, die immernoch aus dem Vulkan steigen, brennen zwar in den Augen und bringen eine arg zum Husten aber tolle Aussicht und das Gefühl auf einem so perfekt geformten Vulkan zu stehen, machen das schnell vergessen. Im Krater ging es weit nach unten und wir konnten Gesteine in vielen Farben sehen und die Schwefelschichten am Kraterrand. Nach einer ausgedehnten Pause wurde die wasserfeste Kleidung und die Gamaschen angelegt. Dann rutschten wir auf dem Hintern den Berg wieder hinab. Teilweise mit Plastikdeckel, in den sehr steilen Stücken ohne. Eine tolle Art einen Berg abzusteigen. Nach ca. 1,5 Stunden erreichten wir glücklich und zufrieden und mit Schnee in jeder Ritze der Kleidung das Auto und fuhren wieder zurück nach Pucon.



































